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Geschichte und Wappen

Die Geschichte Adelzhausens

Adelzhausen ist der älteste urkundlich belegte Ort im Landkreis. Im Jahr 782 schenkte der Ortsgründer Adalhelm seinen Besitz nebst Kirche („Adalhelmshusir“) dem Bistum Freising.

Der heutige Ort mit rund 1.750 Einwohnern geht auf einen Hof, den Sedelhof, zurück, der schon um 700 entstanden sein dürfte. Es wird vermutet, dass der Hof ursprünglich bei der Kirche lag, die heute noch einen burgartigen Eindruck erweckt. Adelzhausen, aber auch Heretshausen, musste die wichtige Straße von Augsburg nach Freising beschützen. Als „Ochsenstraße“ heute noch bekannt, ist sie identisch mit der „Römer-“ später auch „Salzstraße“, die über Augsburg – Freising – Reichenhall bis in den Orient reichte.

Der Adelzhauser Burgstall verdient besondere Aufmerksamkeit. Er ist ein typisches Beispiel für den Rest einer Ministerialburg, von denen es in der nahen Umgebung noch einige gibt, alle so gut wie unerforscht, teils schon zerstört. Die Adelzhauser, ein niederes Adelsgeschlecht, bauten sich hier um 1300 vermutlich eine Burg. Damals begannen die Ritter von Adelzhausen auch, Gericht über das Dorf Adelzhausen auszuüben. 1350 sind in einer Urkunde des Klosters St. Ulrich und Afra in Augsburg die drei Brüder Heinrich, Reimbot und Palmer, die Adelzhauser, genannt.

Nach der Hofmarkbeschreibung von 1752 bestand Adelzhausen damals aus 43 Anwesen. Ort und Pfarrei Adelzhausen können auf eine alte Geschichte zurückschauen. Um 800 gab es im Raum Friedberg, Aichach und Hohenwart Bestrebungen, sich unter den Schutz des Bischofs von Freising zu stellen. Nach der Säkularisation übernahm der Bayerische Staat, d. h. der jeweilige König, das Präsentationsrecht, das dann im Jahr 1925 vertraglich an den Bischof von Augsburg zurückgegeben wurde. Die Kapelle in Burgadelzhausen, die dem Heiligen Nepomuk geweiht ist, ging 1976 im Zuge der Gemeindegebietsreform an die Gemeinde Adelzhausen. 1.200 Jahre lang stand die Pfarrkirche St. Elisabeth am nördlichen Ortsrand auf einer kleinen Anhöhe. Erst in diesem Jahrhundert ist sie durch neue Wohnbauten und durch die Schule in den Mittelpunkt des Dorfes gerückt.

Der Altbaierische Oxenweg

Der Altbaierische Oxenweg ist das ca. 25 Kilometer durch den Landkreis Aichach-Friedberg verlaufende Teilstück einer historischen Handelsroute von Ungarn nach Augsburg. Auf ihm kann man das Wittelsbacher Land in all seinen landschaftlichen und kulturellen Facetten mit einzigartigen Kulturschätzen und kulinarischen Spezialitäten erleben.

Er verläuft von Augsburg kommend über Friedberg - Heimatshausen - Paar - Harthausen - Heimat - Malzhausen - Zieglbach - Adelzhausen - Heretshausen - Tödtenried nach Kiemertshofen im Landkreis Dachau.

Der Weg ist ausführlich mit dem Signet „ALTBAIERISCHER OXENWEG“ markiert. Es zeigt einen grünen, stilisierten Ochsen mit einem angedeuteten Weg. Informationstafeln entlang des Wegs beschreiben die historischen Hintergründe und geben Tipps für einen gelungenen Ausflug.

Seit dem ausgehenden Mittelalter beförderten sich jährlich bis zu 7.000 ungarische Schlachtochsen, von Hajduken getrieben, auf den eigenen Beinen auf einem uralten Weg Richtung Augsburg, wo sie reichsstädtischen Bürgern und Reichstagsgästen als feines Festmahl aufgetafelt wurden. Das Fleisch ungarischer Ochsen galt als Delikatesse und war daher teurer als einheimisches Rindfleisch. Die Ochsen waren bis zu 1.000 Kilometer unterwegs, bis sie ans Ziel gelangten. Die Ochsentrift endete mit der großen Zeit Augsburgs um 1800. Den Originalweg gibt es allerdings noch. Und der dient heute als „Kulturspur“ für Radler und Wanderer bei der touristischen Wiederbelebung des Altbayierischen Oxenwegs, Ochsenfeste und Ochsenrennen runden die Aktivitäten dazu ab.

Das Wittelsbacher Land hat die Initiative ergriffen, diesen alten Kultur- und Handelsweg auch auf europäischer Ebene wiederzubeleben. Im Jahr 2009 beschlossen Leader-Aktionsgruppen aus Deutschland, Österreich und Ungarn eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit, um den alten Triebweg möglichst lückenlos zu erschließen. Dafür erhielt das Projekt in Brüssel die Auszeichnung „Best Practice Project“.

Quelle: www.wittelsbacherland.de

Wappen von Adelzhausen

Wappenbeschreibung

In Rot über einem waagrecht gelegten silbernen Mühleisen ein halber silberner Adler mit goldenem Schnabel. 

Wappengeschichte

Das Gemeindewappen bezieht sich auf zwei Adelsgeschlechter, die in Adelzhausen ansässig waren und für den Ort von großer Bedeutung waren. Der silberne Adler ist dem Wappen der Herren von Adelzhausen entnommen, die um 1210 erstmals urkundlich erwähnt werden. Die reich begüterten Adelzhausener waren Ministerialen der Pfalzgrafen, später der Herzöge von Bayern. 1635 starben die Herren von Adelzhausen im Mannesstamm aus. Von ihrem Burgstall ist heute nichts mehr zu sehen. Das Mühleisen stammt aus dem Wappen der Familie Eisenreich, die im 15. und 16. Jahrhundert über reichen Grundbesitz im Gemeindegebiet verfügten. Adlezhausen war ab 1464 Hofmark.